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Donnerstag der 22. Woche im Jahreskreis : Lc 5,1-11
Kommentar des heutigen Evangeliums
Ludolf von Sachsen (um 1300 – 1378), Dominikaner, später Kartäusermönch in Straßburg
Vita Christi, I, Kap. 29, 9-11
“Fürchte dich nicht, von nun an wirst du Menschen fangen“
Petrus wirft sich Jesus demütig zu Füßen. Er erkennt in ihm seinen Herrn und sagt zu ihm: „Herr, geh weg von mit; ich bin ein Sünder“ und nicht würdig, in deiner Gesellschaft zu sein. Geh weg von mir; denn ich bin nur ein Mensch und du bist der Gottmensch, ich bin ein Sünder und du bist heilig, ich bin Diener und du bist Herr. Es muss einen weiten Abstand geben zwischen dir und mir; denn die Gebrechlichkeit meiner Natur, die Abscheulichkeit meiner Sünden und die Hinfälligkeit meiner Kraft trennen mich von dir...“
Aber der Herr tröstet Petrus und zeigt ihm, dass der Fischfang auf seine künftige Rolle als Menschenfischer hinweist. „Fürchte dich nicht“, sagt er zu ihm, „erschrick nicht, sondern glaube und freue dich; denn du bist zu einem weitaus größeren Fang berufen. Dir werden ein anderes Schiff und andere Netze gegeben. Bisher hast du Fische mit Netzen gefangen, von nun an wirst du Menschen mit Worten fangen. Mit einer gesunden Lehre wirst du sie auf den Weg des Heils führen; denn du bist berufen, dem Wort zu dienen. Das Wort Gottes gleicht dem Angelhaken des Fischers. Wie der Haken den Fisch erst dann in seiner Gewalt hat, wenn er von ihm verschluckt worden ist, so fängt das Wort Gottes den Menschen erst dann, wenn es seinen Geist durchdrungen hat. Von nun an wirst du Menschen fischen. Von nun an – das heißt: nach dem Beweis deiner Demut, und den hast du ja schon geliefert – ist es dein Auftrag, Menschen zu fischen. Demut hat nämlich eine große Anziehungskraft, und um Andere zu führen, ist es von Vorteil, wenn man es versteht, sich der eigenen Macht nicht zu rühmen.
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